Stimmung & Trends von der EXPO REAL
Die Messe in München zeigte eine Branche im „Vorsicht-Modus mit Chancenfenster“: mehr Gespräche über Partnerschaften, selektive Transaktionen, klare Fokusthemen Wohnen, Pflege, Datacenter und Revitalisierung. Das Konferenzprogramm mit hunderten Speakern drehte sich um Finanzierungspfad, ESG-Druck, Genehmigungstempo und neue Deal-Strukturen
Signal aus Berlin: Haushalt & „Bau-Turbo“
Für 2025 wurden die Mittel für Wohnen/Stadtentwicklung deutlich aufgestockt; 2026 liegt ein Regierungsentwurf mit weiterhin substanziellem Etat und Zusatzmitteln (KTF/Sondervermögen) vor, Ziel: mehr, schneller und günstiger bauen. Parallel berät der Bundestag über den „Bau-Turbo“ zur Verfahrensbeschleunigung.
Koalitionsvorhaben, die auf der Messe „gepreist“ wurden
Im Fokus standen geplante Grunderwerbsteuer-Freibeträge für Ersterwerb, einfachere KfW-Förderstruktur (Neubau/Modernisierung), Garantien/Bürgschaften und BauGB-Novellen in zwei Stufen, alles mit dem Ziel, Einstiegshürden zu senken und Verfahren zu beschleunigen. Branchenstimmung: „Umsetzung zählt jetzt.“
Marktbild: Fragile Erholung – Finanzierung entscheidet
Research-Häuser skizzieren für 2025/26 eine schrittweise Investitionsbelebung bei stabileren Finanzierungskosten; Wohnen bleibt strukturell unterversorgt. Für Büro gilt: selektiv, Lage und Qualität first; alternative Nutzungen nehmen zu.
Was bedeutet das für Tippgeber & Kund:innen (2026–2027)?
- Neubau: Realistische Pipeline-Effekte ab 2026/27 abhängig von Bau-Turbo, Förderdurchstich und Kapazitäten. Projekte, die 2025/26 genehmigt werden, haben erhöhte Finanzierungs- und Förderchancen, wenn Effizienzstandards sauber geplant sind.
- Eigennutzer & Ersterwerb: Profitieren potenziell von GrESt-Freibeträgen, KfW-Neuzuschnitt und (modellhaft) Bürgschafts-/Garantieansätzen
- Kapitalanleger: Steuerliche Hebel (z. B. Sonder-AfA im Neubau) bleiben ein wesentlicher Trigger – Standorte, Baukostenobergrenzen und QNG/Standard sind deal-entscheidend.
- Bestand & Revitalisierung: Genehmigungs- und Förderschienen für Umbau/Umnutzung gewinnen – ESG-Risiken aktiv managen
- Prozessqualität: Banken erwarten 2026/27 noch strengere, vollständige Unterlagen. Bonität & Objektunterlagen bestimmen Geschwindigkeit und Kondition.
Unsere Einordnung – kurz & klar
- Politik: Budget & Bau-Turbo sind Rückenwind. Entscheidend wird die Umsetzung bis Mitte 2026.
- Kapitalmarkt: Finanzierung bleibt selektiv. Solide Eigenkapitalstorys, belastbare Mieten und förderfähige Standards sind „Must-haves“.
- Perspektive 2026–2027: Seitwärts bis freundlich. Mit Sondereffekten, wenn Verfahrensbeschleunigung, Förderbündel und GrESt-Entlastungen zusammenwirken. Chance für Vorreiterprojekte in Wohnen/Pflege und für Revitalisierung.
